Gempfing: Großbrand in Gempfing beschert 15 Feuerwehren einen anstrengenden Einsatz. Gebäude, Feldfrüchte und Fahzeuge sind kaputt. Es entsteht ein Millionenschaden. Die Kripo ermittelt.
Einer der größten Brände der vergangenen Jahre in der Region hat in der Nacht auf Freitag (02.01.2026) die Bewohner des Rainer Stadtteils Gempfing und mehr als 200 Feuerwehrleute in Atem gehalten. Zwei landwirtschaftliche Gebäude wurden ein Raub der Flammen. Die Nachlöscharbeiten dauerten den ganzen Tag über an. Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Die Kripo ermittelt.
Laut Polizei wurde der Brand etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht bemerkt. Erste Feuerwehrleute waren rasch vor Ort, steht das örtliche Gerätehaus doch in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem betroffenen Anwesen in der Fischbauerngasse. Bald schlugen großflächig meterhohe Flammen aus dem Dach. „Der Feuerschein war schon von Rain aus zu sehen“, schildert Kreisbrandrat Heinz Mayr. Die Einsatzkräfte hätten quasi „auf Sicht“ anfahren können.
15 Feuerwehren eilen zu dem Großbrand nach Gempfing
Angesichts des Ausmaßes des Brands setzte die Leitstelle fast alle Feuerwehren (insgesamt rund 15) aus dem Lechgebiet in Marsch. Hinzu kamen Wehren aus dem benachbarten Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sowie aus Donauwörth (mit Drehleiter) und Mertingen. Der Bedarf an Atemschutzträgern sei enorm gewesen, so Mayr. Der bringt den Einsatz so auf den Punkt: „Wir hatten schon zu kämpfen.“
Zum einen habe man die nur wenige Meter entfernten Gebäude - darunter ein Wohnhaus - schützen müssen. Die seien durch die Hitze und den massiven Funkenflug gefährdet gewesen. Gleiches galt für größere Mengen Brennholz und Paletten, die direkt hinter den brennenden Bauwerken lagern. Die beiden Hallen selbst seien nicht mehr zu retten gewesen. In ihnen lagerten tonnenweise Kartoffeln, die sich in Holzkisten befanden. Die Feldfrüchte wurden ebenso vernichtet wie Getreide in mehreren Metallsilos. Zerstört wurde auch eine Reihe von Fahrzeugen und Maschinen, darunter Traktoren und ein Gabelstapler. Im letzten Moment gerettet werden konnten fünf Schweine, die in einem kleinen Stall untergebracht waren.
Erst um 7.15 Uhr kann in Gempfing die Meldung „Feuer aus“ erfolgen
Als die Kräfte um etwa 3 Uhr glaubten, den Großbrand einigermaßen im Griff zu haben, „ging es plötzlich wieder los“, berichtet Heinz Mayr. Erneut schlugen Flammen hoch, da sie neue Nahrung fanden. Möglicherweise habe es sich um eine größere Menge brennbarer Flüssigkeit gehandelt. „Wir mussten wieder massiv löschen“, so der Kreisbrandrat. Erst in den Morgenstunden - um circa 7.15 Uhr - habe man der Leitstelle „Feuer aus“ melden können.
Dies bedeutete aber noch lange nicht das Ende des Einsatzes. In den Trümmern der Bauwerke galt es, versteckte Brandherde ausfindig zu machen. Neue Einsatzkräfte rückten im Laufe des Freitags nach. Mithilfe eines Baggers, so erklärt Kreisbrandmeister Manuel Stangl, wurde Schutt beiseite geräumt und Mauerwerk abgetragen. Auch die Getreidesilos habe man auf diese Weise geöffnet, um an den glimmenden Inhalt zu gelangen. Das Nachlöschen zog sch bis um ca. 14.30 Uhr hin, ehe die Gempfinger Wehr die Brandwache übernahm.
Kripo Dillingen sucht in Gempfing nach der Ursache für den Brand
Noch in der Nacht startete der Kriminaldauerdienst der Polizei aus Augsburg erste Ermittlungen in Gempfing. Am Freitagvormittag nahmen Brandfahnder und Spurensicherung der Kripo Dillingen am Brandort ihre Arbeit auf. Die Ursache sei noch völlig unklar, erkärt Michael Lechner, Leiter der Dienststelle, gegenüber unserer Redaktion: "Man kann noch nichts sagen." In der kommenden Woche seien die Beamte und ein Gutachter nochmals in Gempfing. Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Nicht auszuschließen sein ein technischer Defekt. Ein solcher kann erfahrungemäß beispielsweise an einem Fahrzeug, an den Installationen im Gebäude oder an der PV-Anlage auf dem Dach auftreten.
Diese Feuerwehren waren bei dem Großbrand in Gempfing im Einsatz
Die Freiwilligen Feuerwehren auf folgenden Orten waren und sind in Gempfing im Einsatz: Gempfing-Überacker, Sallach, Etting, Bayerdilling, Staudheim, Feldheim, Wächtering, Riedheim-Stadel, Holzheim, Münster, Rain, Donauwörth. Mertingen, Burgheim und Kunding, die Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter, der Rettungdienst und ein Notarzt. Ein Mitglied der Feuerwehr verletzte sich laut Mayr beim Ausrücken und musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Johanniter aus Donauwörth versorgten aus ihrer mobilen Küche die Helferinnen und Helfer mit Essen und mit warmen Getränken. Dieses Angebot nahmen dem Kreisbrandrat zufolge die Kräfte angesichts der winterlichen Verhältnisse gerne an. Durch die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und das Löschwasser drohte sich in dem Hof eine Eisschicht zu bilden. Um die Rutschgefahr zu minimieren, rückte der Bauhof der Stadt Rain mit Streusalz an.
Facebook-Beitrag zum Einsatz
