Bei einem Notfall muss es schnell gehen. Dazu ist es wichtig, die richtige Notrufnummer zu kennen - das ist bereits seit Längerem die 1 12. Bei vielen Leuten ist jedoch noch die alte Nummer 1 92 22 im Kopf verankert. „25 bis 30 Prozent der Notrufe kommen immer noch über die 1 92 22 herein“, sagt Stefan Würz, Leiter der Integrierten Leitstelle (ILS) Augsburg (siehe Infokasten).
Dort landet man immer - egal, welche der beiden Nummern man angerufen hat. Die Integrierte Leitstelle alarmiert im Ernstfall dann Feuerwehr und Rettungsdienst. „Wer Brand- oder Unfallhilfe benötigt, wählt die 1 12“, betont Würz. Momentan werden beide Nummer zwar noch nahezu gleich behandelt, mittelfristig soll die 1 92 22 aber die Eigenschaften einer Notrufnummer verlieren. Dann werde, im Gegensatz zur momentanen Situation, eine Vorwahl benötigt und auch die Ausfallsicherheit falle dann weg, so Würz.
„Langsam muss das in das Bewusstsein der Bevölkerung“, sagt der Leiter der ILS Augsburg. Die Nummer 1 92 22 wird zwar nicht komplett abgeschafft, sie soll aber einem anderem Zweck dienen. Wer einen nicht dringenden Krankentransport bestellen möchte, Informationen zu einem Erste-Hilfe-Kurs benötigt oder die Nummer des ärztlichen Notdienstes am Wochenende braucht, der ist bei der 1 92 22 richtig aufgehoben. Bei eiligen, nicht polizeilichen Notfällen dagegen ist die 1 12 zu wählen.
Wertvolle Zeit
Wird dies missachtet, kann das im Extremfall fatale Folgen haben. „Denn der Disponent in der ILS nimmt zuerst die 1 12 an, wenn beide Nummern gleichzeitig klingeln“, erklärt Würz. Dieser müsse ja davon ausgehen, dass dies der dringendere Notfall sei. Sollte sich hinter dem 1 92 22-Anruf nun doch ein eiliger Einsatz verbergen, muss dieser zunächst warten. So verstreicht wertvolle Zeit, die womöglich sogar über Leben und Tod entscheidet.